Geschichte der Mühle ANNA




Jahresarbeit von Erika, der Tochter des letzten Müllers in Nübbel, die dieses zur Realschulentlassung 1966 anfertigte.

Die Bauern aus Nübbel mussten sich  früher zur Fockbeker Wassermühle Seemühöln bemühen, um ihr Korn mahlen zu lassen. Einem Nübbeler wurde das jedoch bald "zu bunt": Hinrich Bock hatte von 1840 bis 1880 Schiffe gebaut - Nübbel hatte damals sieben Werften-, besaß auch eine Bäckerei und beschloss, eine Mühle zu bauen, um nicht immer ins Nachbardorf fahren zu müssen. Der Bau wurde dem Architekten Jürgensen aus Dellstedt übertragen. 1859 hatte Nübbel mit "Cäcilie", ganz aus Holz und reetgedeckt, seine erste Mühle. 1872 übergab Hinrich Bock die Mühle an seinen Sohn Johannes Bock, der Gerste aus Königsberg und aus Hamburg holte, da sie in Nübbel und Umgebung knapp war. "Cäcilie" war eine Holländermühle, bei der im Gegensatz zu den Bockmühlen nur Kappe und Flügel drehbar sind. Ihre Antriebskraft war der Wind. Und wenn es tüchtig wehte, wurde natürlich rund um die Uhr gemahlen, um den Rückstand von den windstillen Tagen wieder aufzuholen. Um 1900 ließ Müller Bock eine Dampfmaschine in die Mühle einbauen, die den Winde ersetzte. Im Jahre 1904 wurde Cäcilie durch ein Feuer bis auf die Grundmauern vernichtet, es entstand durch plötzlichen Wind von hinten, die Flügel  liefen rückwärts heiß, und so kam es zum Brand. Nachdem man sich ein Jahr lang mit einem provisorischen Mahlgang beholfen hatte, wurde 1905 unter Leitung von P. H. Suhr eine neue Mühle gebaut, die bis unter die Kappe aus massivem Mauerwerk bestand. Die Kappe war aus Holz und mit Dachpappe beschlagen. Getauft wurde der  Neubau auf den Namen "Anna 1904" . Nicht genau geklärt ist, warum die Jahreszahl 1904 gewählt wurde, obwohl die Mühle ein Jahr später entstand. Bock starb im Jahre 1910 mit 64 Jahren. Mit zwei Gesellen und seiner Schwester betrieb zunächst der 17jährige Sohn Johann die Mühle, die 1911 an Gustav Tonner aus Raa bei Elmshorn verkauft wurde. 15 Jahre lang behielt Tonner "Anna" und stürzte sich in dieser Zeit häufig in Schulden. Neuer Besitzer wurde Heinrich Matzen, der sein Handwerk zuvor in Bollingstedt betrieben hatte. Nach nur drei Jahren verkaufte er 1930 die Mühle an Albert Dietrich aus Rudau/Ostpreußen. Dieser war gelernter Schmied, und die Arbeit in der Mühle wurde von seinem Bruder Gottfried, der  gelernter Müller war, geleitet Zu Beginn des 2. Weltkrieges hatte die Mühle einen kleinen Dieselmotor, der auf Strom umgebaut wurde. Den ganzen Krieg über standen die Mühlenflügel nicht still. Albert Dietrich übergab die Mühle im Jahr 1947 an seinen Sohn Konrad, der noch "richtig" Müller gelernt hatte, aber nicht mehr gewandert war. Schon Seit 1948 steht "Anna" ohne Flügel da. Für kurze Zeit wurde mit lediglich zwei Flügeln gemahlen. Als diese jedoch repariert werden mussten, wurden sie kurzerhand abgerissen und nicht mehr anmontiert. Seitdem ist "Anna" mit dem Elektromotor angetrieben worden. 



Stiftung Mühle Anna


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